Flottillentörn Watt 2025

Der Flottilletörn auf dem Watt mit die Platbodenschiffe von Heech by de Mar findet normalerweise jedes Jahr statt und ist ein wahres Happening.
In diesem Jahr machten wir uns mit 12 Schiffen wieder auf den Weg, eine Gruppe von 61 begeisterten Seglern.

Datum: 11 bis 18 April 2025.

Die Schiffe, die mitfuhren, waren:

Mit Skipper:
• Lemsteraak 13 Meter ‘Hendrickje Stoffels’ mit dem Skipper und Flottilleleiter Jan Cees und 7 Gästen;
• Lemsteraak 14,50 Meter ‘Ronde Walvis’ mit Skipper Ebel und 9 Gästen;
• Lemsteraak 11 Meter ‘Beste Vaert’ mit Skipper Martin Koekebakker und 6 Gästen;
• Lemsteraak 11 Meter ‘Brandende Liefde’ mit Skipper Robert und 6 Gästen;

Schiffe ohne Skipper aus der Charterflotte:

• Vollenhovense Bol 'Bolero'
• Vollenhovense Bol 'Bolleke'
• Lemsteraak 9.10 'De Steert’
• Lemsteraak 9.50 'Mata Hari’
• Lemsteraak 9.50 'Eline Vere’
• Lemsteraak 10.50 'Tijdtverdrijf’
• Hoogaars 11,12 Meter ‘Vrouwe Willemke’
• Lemsteraak 12 Meter 'Windbreker'

Autor

Hier unten lesen Sie ein Bericht von Peter Zimmermann, Crewmitglied auf der Lemsteraak 'Beste Vaert'.

Freitag den 11. April

Hallo Plattbodengemeinde, schon wieder ist ein Jahr rum und ich sitze wieder im Auto auf dem Weg zu meinem geliebten Heeg, vollgepackt mit allem Kram für unsere Flottille.
Mit solchen unterschiedlichen Gefühlen bin ich noch nie hier hoch gefahren. Kann mich nicht richtig freuen. Harrys Tod begleitet mich immer in den Gedanken, ich komm selber grad aus dem Krankenhaus , hab noch nicht die Ergebnisse, fühle mich überhaupt nicht fit……..
Aber unterwegs ruft Astrid an: Peterli, was brauchen wir noch zum Einkaufen, beim gemeinsamen Durchgehen was wir haben und noch brauchen und in Erwartung unseres Wiedersehens wird die Laune besser, auch die Freude darauf dass uns Mirjam endlich begleitet und das Wissen wie sehr Martin sich darüber freut …….. Heeg, ich komme, Sonne scheint, Leben geht weiter, ooooh da ist schon der Hafen von Heech by de Mar, all die wundervollen Boote, Helmut erwartet mich schon, während Astrid mit unserem Frührentner Karl noch auf dem Rückweg von Spar ist räumen wir mit jahrzehntelanger Routine das Boot ein, legen Bier kalt…..
Jetzt wird’s aber Zeit, Utie zu begrüßen, die gute Seele von Heech by de Mar, das Wiedersehen ist jedesmal sehr freudig, wir sind beide immer noch etwas gedämpft, haben wir und doch erst vor wenigen Wochen auf Harrys Beerdigung gesehen.
Das Wetter ist wunderschön, wir sitzen mit dem ersten Blikje in der Plicht, Mirjam kommt auch schon an Bord während Martin noch überall rumwuselt und letzte Dinge klärt.
Dann geht’s zum Kennenlerndinner nach Woudsend zu „Vis en Meer“, ein superleckeres Restaurant, zu dem Heech by de Mar alle Teilnehmer einlädt.
Viele bekannte alte Gesichter aber auch jede Menge Neue, na super das wird schön.
Das Essen ist seeeehr lecker, Martin und ich kämpfen schon gegen das Völlegefühl, leiden schon an dem Suppenkoma (fachchinesisch postprandiale Müdigkeit) bis Jan Cees endlich mit der legendären Einführung ins Wattfahren beginnt.
Wir sind so spät erst wieder im Hafen, dass die Bachmannverteilrunde flach fällt.

Samstag den 12. April

Ein wunderschöner Morgen erwartet uns alle, ich treff um kurz vor sechs die ersten schon unter der Dusche, na da die Nacht nicht so prickelnd war leg ich mich nochmal hin.
Zwei Stunden später dann geschäftiges Treiben an Bord und im Hafen, die Ansage beim morgendlichen Palaver (holländisch für taktische Lagebesprechung) 9 Uhr Abfahrt klappt fast: es sind tatsächlich alle um 9 unterwegs, nur Hendrikje Stoffels kommt erst gegen fünf nach Neun in die Pötte, na seis drum, Wetter ist geil, Wind steht schwach aber gut, wir sind noch nicht ganz im Johann Friso-Kanal, da haben wir schon Vollzeug stehen und die Maschine ist aus, oooooh was für ein schöner Tag.
Martins Vater Jan Koekebakker senior übernimmt die Stallwache, er und Harrys Sohn winken uns noch zu während wir um die Ecke fahren.
Mirjam übernimmt routiniert das Ruder, Astrid verwöhnt uns mit leckeren Frühstücksbroten, Brötchen und Kaffee, jaaaaaaaaa, so kann ein Flottillentörn beginnen, es geht Richtung Workum.
Leider ist der Wind so schwach dass wir kaum über 2,5 Knoten hinauskommen, die anderen sind schön ganz weit weg dank Dieselwind und Stahlsegel.
10.15 entscheiden wir uns auch dafür, zumindest die Maschine mitlaufen zu lassen.
Karl wird vor dem Mast platziert um unseren alten Trick des Ausbaumens Vorsegel zu praktizieren. Geht ganz gut.
Vor der Spoorbrug (Eisenbahnbrücke) vor Workum spannt Martin uns ganz schön auf die Folter, es fehlt nur etwas mehr als ein Meter bis zur Brücke, die rote Ampel steht quasi fast mittschiffs.
Das hätte ich mich nie getraut, aber wenns einer kann, dann Martin.

Nach der letzten Brücke Fock raus und den Kanal bis zur Schleuse runter segeln, suuuuuper, Jan Cees auf Hendrickje Stoffels macht eine entsprechende Bemerkung. 😊).
Zehn vor 12 schleusen wir in Workum , danach gibt’s dann Middach!!
Hat super geklappt, nachdem die letzten beiden (Bolero und Hendrikje) geschleust sind macht die Schleuse Doppelrot.
Ich mache die letzte Bachmannverteilerrunde (ich hoffe ich habe alle erreicht), dann noch ein paar Fotos und kaum bin ich wieder an Bord hat unsere Küchenfee Astrid leckere Hühnersuppe gezaubert mit echt frischgetoastetem Brot, Astrid das ist echt super.
Wir sind sehr gespannt auf die Ankündigung der Lasagne ohne Backofen an Bord. Aber Astrid machts möglich.
Die Sonne scheint, es ist schön warm , lecker was zu essen: Martin hat völlig recht: So stellen wir uns schlechte Zeiten vor 😊.
Kurz vor eins wird’s vor uns unruhig, Ronde Walvis legt ab, wir folgen, sind noch nicht ganz an den Bootshallen vorbei, da sind die Segel schon oben.
Kaum um die Ecke raus an dem seltsamerweise völlig Kiterlosen Strand erste Rauschefahrt mit über 5 Knoten.
Irgendwie kann Martin sich nicht für eine Richtung entscheiden, so eiern wir dann zwischen Teilnehmern und Yachten hin und her.

Eline Vere hat Probleme mit Segel setzen, ein Schäkel sitzt fest und schwupps läuft eine Rettungsaktion.
Ganz dicht (aber nicht dicht genug fahren wir aneinander vorbei, wobei ein Rollgabelschlüssel (Engländer) im freien Flug das Boot wechselt. Zum Glück wird er gut gefangen und einige Minuten später kann auf Eline Vere auch das Segel gehisst werden.
Nun geht’s deutlich ruhiger Richtung Makkum, Klüver kommt auch noch raus und so zwischen 5 und 6 Knoten geht’s zum gemütlichen Segeln Richtung Nord.
Martin sagt, oooch noch bestimmt 2 Stunden, aber 20 Minuten später sind wir schon so weit, dass wir einfach mal wenden, um zu gucken was Eline Vere so macht. Noch eine Wende später hat Helmut die grandiose Idee, heiße Schokolade, Hm lecker, vor allem  mit Sahne und ´nem Schuß Brandy dazu.
Auch die zweite Tasse ist prima, dann ist der Topf leer und wir flitzen gleich an Eline Vere vorbei.
So läuft es weiter, rechts abbiegen, Segel bergen, Klüverbaum hoch, wieso sind wir denn als erste in Makkum?? Sind doch als letzte quasi losgefahren mit Rettungsaktion und so weiter.
Egal, rein in die Box uns dann den nachfolgenden soweit nötig Anlegehilfe leisten.
In einem so großen Päckchen haben wir noch nie in Makkum gelegen. Das Wetter ist herrlich, sommerliche Temperaturen, alle sitzen im Sommerdress in den Plichten, bei Eline Vere gibt’s ein „Erste Hilfe Anliegerbier“.
Beim Versuch, die Hafengebühr zu bezahlen will der Hafenmeister mich erst abwimmeln, weil ich kein Handy habe und nicht pinnen kann. Aber mit einem Lächeln und ein bischen smalltalk wird da eine fast dreiviertelstündige echt nette Unterhaltung draus über die Veränderungen in Holland (und Deutschland), er geht in Rente, der Job fällt weg, nur noch Automaten usw. Wir stellen beide fest, dass Urlaub im anderen Land einfach so schön ist wenn man miteinander reden kann.
Ich glaube, dass können wir alle unterschreiben und es zeigt uns mal wieder wie wichtig Kommunikation und soziale Kontakte zwischen uns Menschen sind und wie doof die Entwicklung zur immer weiter fortschreitenden Technisierung ist. Sorry dafür, vielleicht hab ich schon zwei Bier zuviel getrunken.
Der Nachmittag endet mit Kartoffelschälen fürs Parmesan-Kartoffelpü zum Rehgulasch.
Jan Kees schockt uns mit 7 Uhr Abfahrt, da macht doch erst das Toilettgebouw auf ☹.
Mal sehen wie es so wird, ich werde morgen weiter berichten. Geniesst den genialen Abend.

Sonntag den 13. April

Guten Morgen Gemeinde, na? Gut geschlafen?
Bäh, als ich um sechs das erste Mal wach werde regnet es, Okay umdrehen, und dann verpenne ich, als ich das nächste mal auf die Uhr gucke ist es drei vor Sieben, ich hab das ganze Gerüsel der Crew verpennt. Und regnen tuts immer noch. Zwei nach sieben steh ich Ölzeug oben, in dem Moment wo Martin die Maschine startet. Helmut muss uns doch aus der Box ziehen, wir haben uns etwas verkeilt. Als letzte fahren wir hinter den anderen her.
Die Fock beruhigt das Boot doch sehr schön.
Als wir an Welvaren vorbeikommen, sehen wir dass kein Wasser aus dem Auspuff kommt. Aber bis zur St Lorenz Sluis bei Kornwerderzand haben sie das Problem zum Glück mit Bordmitteln gelöst.
Das Schleusen selbst ist sehr unspektakulär bis auf das Geburtstagsständchen für unseren Ebel auf Ronde Walvis.
Wir bekommen in der Schleuse ein sehr leckeres Frühstück von Astrid und Mirjam serviert, hmmm so kann der Tag beginnen.
Es hat aufgehört zu regnen. Und sehr erstaunlich geht auch die Drehbrücke nach der Schleuse direkt auf und wir fahren alle zügig durch.
Da wir  bei Fransche Gaatje auf der Richel trocken fallen wollen und das erst gegen 2 ist haben wir jetzt ewig Zeit.
Diese Zeit nutzen wir alle zu einer wundervollen Segelpartie bei 5-6 Beaufort, zunehmendem Sonnenschein und viel guter Laune auf der Waddenzee.
Irgendwie stimmt irgendwas mit Jan Cees Zeitangabe nicht so ganz, wir rauschen mit 6-8 Knoten (je nachdem aus welcher Richtung der Strom kommt) über das Wantij (nein das ist immer noch nicht der kleine Bruder von Hop-Sing sondern steht holländisch für Waddenhoch und beschreibt eine zur richtigen Zeit durchaus besegelbare „Fahrrinne“ im Watt).

Gegen 12.30 biegen wir dann doch mit alle Mann auf die Fraansche Gaatje ab und es ist auch langsam schon so untief, dass die Boote Grundberührung haben.
Bei uns klappte erst im dritten Anlauf den Anker vernünftig zum Halten zu kriegen.
Hinter Hendrickje Stoffels wird Bolleke nachgeschleppt, was da wohl passiert ist?, wenns Wasser weg ist geh ich rüber und werde weiter berichten.
Bis dahin genießen wir alle trotz Wind die Sonne.
So langsam fahren sich alle fest und wir warten bei Sonne und Wind , dass das Wasser komplett abläuft.
Bei uns an Bord die Gelegenheit, Astrids Kochkünste mit dem neuen „Backofen“ für Gasgrill zu testen.
Das Ergebnis ist phänomenal, es gibt Pizzaschnecken bis zum völligen Sattwerden Aller. Dazu nen leckeren Rosè`.

Aber dann ist das Wasser weg und die Crews machen sich auf die Strümpfe/Barfuß/Gummistiefel.
Also Bolleke hängt immer noch an Hendrickje Stoffels, die hatten echt Pech: Erst brach ein Want steuerbord und dann versagte der Motor. Gott sei Dank fahren wir Flottille, so dass immer Hilfe in der Nähe ist.
Die Crew von Eline Vere hat einen Grill im Watt aufgebaut und grille seeeehr leckere Rindsbratwürste.
UiUiuI, das erfordert mindestens ein oder auch zwei Bachmann 😊.
Trockenfallen ist immer wieder sooo schön, die Sonne ist mittlerweile auch wieder da, so dass das Weiß der Schiffe auf den Fotos gut zur Geltung kommt, es werden Muscheln fürs Abendessen gesammelt und einige besuchen das Vogelbeobachtungsgebäude auf der Richel.
Wobei wir ja immer noch glauben, dass da der Mann wohnt, der tagsüber die Seehunde für die Touristen aufbläst wie Martin behauptet 😊😊.
An Bord laufen die Planungen für das nächste gustatorische Großeereignis, der Elan wird allerdings durch das noch bei allen sehr deutliche Sättigungsgefühl gemindert.
Oh, schon 16.45, das Wasser kommt wieder, Jan Kees hat um 20 Uhr Abfahrt angeordnet. Na da sind wir ja mal sehr gespannt, zumal heut Abend an Bord von Ronde Walvis noch eine Ebel:Geburtstagsfete ansteht.
Vorher gibt’s aber noch Astrids Tortellini mit Lachs-Sahnesoße, göttlich.
Punkt acht Anker auf, Fock, Klüver und Großsegel hoch, die beiden Reffs von gestern Abend wieder raus und dann ein herrlicher Sonnenuntergang und Wasser wie Öl, null Wind, okay, ganze Garderobe wieder einpacken und unter Maschine in Richtung Slenk, der ist wenigstens ganz fett beleuchtet.
Schnell merkt man den Strom gegenan und als wir in den Slenk einbiegen kommt bei uns kein Kühlwasser mehr.
Zum Glück ist die Tydtverdrijf ganz in unserer Nahe und gegen 22.30 ist die Schleppleine übergeben und wir fahren langsam im Konvoi in Richtung Terschelling.
Tja Ebel, sorry, wir werden heut Abend wohl nicht mehr kommen.
Also soviel Motorausfälle hatten wir noch nie auf der Flottille.
Falls jetzt nichts dramatisches passiert melde ich mich morgen früh wieder.
Gute Nacht Ihr Lieben.

Montag den 14. April

Moggäääähn, na, alle gut geschlafen?
Also auch wenn am Toilettgebouw dran steht  geopenend vanaf 7 - 23 Uhr, ich war um sechs schon da, hab in aller Ruhe …………. Und dann gemütlich geduscht. Geht also auch früher hihihi.
Ein wunderschöner Sonnenaufgang mit ein paar Wölkchen lässt einen genialen Tag erhoffen.
Aber erst macht sich Martin dran den Impeller zu wechseln.
Interessiert schaue ich ihm über die Schulter, habe ich doch so absolut keine Ahnung von Motoren und Technik. Gib mir nen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Verkehrsunfall, das kann ich prima aber Motoren und schrauben……….
Als der „alte“, eigentlich gerade erst vor dem Kranen vor ein paar Wochen getauschte Impeller zu Tage kommt sieht der exakt genauso neu, unbenutzt und 100 % intakt aus wie der flammneue aus der eben geöffneten Packung. Martin und ich schauen uns fragend an, dann wrd der nagelneue trotzdem eingebaut.
Also mit so viel Geduld bei fummeligen Dingen und so ruhigen Händen wäre Martin ein guter Chirurg geworden. Sen Kommentar: dann hätte ich vielleicht mehr Verdient aber lange nicht soviel Spass gehabt.
Und dann: Motor an, Kühlwasser kommt, wie kann das bloß ??

Der Rest der Crew ist auch fertig und als einer der letzten verlassen wir den Hafen, Vorne an der Fähre gehen alle Segel hoch und dann folgt bei wunderbarstem Sonnenschein und Wind 2-3 ein herrliches segeln über Osterom und den Blauwe Balg Richtung Ameland.
Sehr zu unserer Freude wurde beim Palaver auf ein nochmaliges trockenfallen verzichtet, so dass einer frühen Ankunft in Ameland, Kibbeling und einem Besuch im geliebten Nes-Cafe´ nichts mehr im Wege steht.
Dank Martin als Rudergänger, dem wundervollen Unterwegsfrühstück mit Rührei/Speck und Schinken und unseren unermüdlich trimmenden Fockflüsterer Helmut vergeht die Zeit wie im Fluge, schön biegen wir als Erste (I wonder why HIHIHI an der Robbenbank rechts ab ins Fahrwasser nach Ameland.
Wir finden auch ein sehr schönes Liegeplätzchen (im leeren Hafen keine Kunst) und dann gibt’s erst mal ein Anlegerbierchen mit Käse, Oliven, Kabanossi usw.
Um 17 Uhr kommt Martins Freund Wilco, so dass jetzt auch die Crew von Eline Vere vollständig ist, und da es so gemütlich in der Plicht ist verkosten wir noch so einiges aus dem Schnapsregal.
Mit derselben Fähre ist Martins technische Wunderwaffe, Harrys Sohn Stephan angekommen, mit ausreichend Wasserpumpen im Gepäck.
Und während er sich einfach so unterhält fummeln seine Hände unsichtbar in den Tiefen der Motoren und fördern Schrauben, Flansche etc. zutage und genauso verschwindet die Wasserpumpe im Dunkeln und wird ohne hinzusehen an ihren Platz geschraubt und angeschlossen. Echt beeindruckend.
Und da die Reparaturaktion dann doch länger als gedacht dauert und die letzte Fähre schon weg ist kommt Stephan mit uns ins Nes-Cafe, wo wir gemeinsam lecker essen (und trinken) und den Abend dort mit einem Nobeltje zum Abschluss Beenden.
Stephan übernachtet auf Eline Vere.

Dienstag den 15. April

Moin moin, da die erste Fähre schon ganz früh geht, macht unser Karl für Stephan um 5 Uhr ein Spiegeleierfrühstück, damit er gestärkt wieder nach Heeg zurück kann.
Man trifft sich so gegen halb sieben dann im Duschgebouw um feststellen zu müssen, dass trotz der happigen Hafengebühr von fast 60 Euro das Duschen extra mit einem Euro in Form eines Münzeinwurfs bezahlt werden muss.
Wer hat den heute morgens noch Kleingeld in bar in der Tasche, vor allem wenn man eingeseift unter der Dusche steht?
Nach dem Palaver werden auf Jan Kees Ansage hin vor Abfahrt noch hektisch überall 2 Reffs eingebunden, es soll viel Wind geben.
Um neun sind alle 12 Boote aus dem Hafen draußen, es werden immer mehr Segel gesetzt, wir versuchen bei dem ständig weiter nachlassenden Wind mit Ausbaumen der Fock und des Klüvers noch irgendwie Strecke zu machen.
Gegen halb zwölf wird überall ausgerefft und gegen halb eins dümpelt die ganze Flotte mangels Wind mit quasi null Fahrt vor sich hin und es werden immer mehr die Motoren gestartet, immerhin ist es ja noch ne ganze Ecke bis Vlieland, dem heutigen Tagesziel.
Aber dann kommt doch wieder ein wenig Wind auf, unsere Damen Mirjam und Astrid übernehmen Navigation und Ruder und gucke an, was wir Jungs mit viel Mühe nicht geschafft haben: plötzlich liegen wir meilenweit vor allen anderen, mit Ausnahme De Steert, die stoisch weiter Maschine fährt.
Wir gönnen uns noch einen frugalen Mittagssnack mit Parmesan-Kartoffelpü-Plätzchen, Rest vom Rehgulasch und frischen Salat , hinterher noch lecker Vla.
Die Zeit vergeht wie im Fluge und schwupps ist die Hafeneinfahrt von Vlieland da.
16 Uhr fest Hafen Vlieland, das Anlegerbier schmeckt lecker und dann doch mal ein Abstecher ins Örtchen, sind ja schon lange nicht mehr gelaufen.
Mal sehen was es noch so an berichtenswertem gibt.
Tja, außer der Tatsache eines sehr leckeren Abendessens an Bord gibt’s nicht mehr viel zu sagen heute.
Es stellt sich heraus, dass auch auf dieser Insel zusätzlich zu happigen Hafengebühren (Inselpreise eben) noch Duschmünzen erworben werden müssen. Drei Stück für je 3 Minuten duschen 2,10 Euro.
Letztes mal waren es noch 50 Cent-Münzen, und Martin als geschäftstüchtiger Bewohner dieses Landes meint nur lakonisch, na wenn wir die Münzen nicht vermehren, dann macht man sie eben teurer.

Mittwoch den 16. April

Moin Moin, also das Wetter heute ist ja nicht so prickelnd, Wind aus Südwest mit 5, in Böen auch sechs begrüßt uns zu wolkenverhangenem Himmel.
Na wenigstens ist er nächtliche Regen weg und es wird auch erst so gegen 16 Uhr wieder anfangen.
Im Duschgebouw klingelt der Duschmünzenautomat gegen Vorhalten einer EC-Karte wie ein einarmiger Bandit beim Hauptgewinn.
Aber drei Minuten ist völlig ausreichend und das Wasser warm.
Nach einem kurzen Frühstück schicken wir unseren Martin zum Palaver und binden in Anbetracht des zu erwartenden Windes und Kurses wie alle anderen auch erst mal wieder 2 Reffs ein. 
Haben ist besser als brauchen, grins.
Kurz nach halb zehn setzt sich unser Konvoi in Richtung Harlingen in Bewegung, an der ersten grünen Tonne draußen gehen die Focks auf und wir lassen uns gemütlich mit 3-4 Knoten übers Wantij Richtung Harlingen blasen.
Auch ohne Sonne ist es ein herrliche, entspanntes (wohl etwas Kühles) segeln, jeder Winddreher, bzw minimale Änderung der Windrichtung wird von Fockflüster Helmut mit Trimmen pariert, so dass wir nicht zu langsam werden.
Kurz vor Harlingen kommt ja bekanntlich der Steindamm, da wird es auf die letzten paar hundert Meter doch ganzschön eng, um die richtige Seite noch zu bekommen.
Unterwegs werden wir aus der Küche mit leckeren Toasties versorgt, Karl sorgt für heißen Tee und ganz schnell sind wir doch schon vor Harlingen, tasten uns ins Vorbecken und stellen fest, dass die Brücke mit den geschlossenen Fluttoren noch Doppelrot hat.
Wir finden hinter einem Botter noch ein Plätzchen vor dem Fluttor und ziemlich mald ist rot-grün und wir laufen in den Noorderhaven von Harlingen.
Hier erfordert das Liegen etwas mehr Sorgfalt als woanders da es hier einen Tidenhub von fast 2 Metern gibt.
Entsprechend sollten Leinen, Festmacher, Elektrosprings etc dimensioniert werden.
Ich hab Glück, direkt nach Festmachen, dazwischen legen der Fenderbretter etc kommt mir der Hafenmeister entgegen und ich kann die Hafengebühr entrichten. Mal eben 20 Euro weniger als auf den Inseln.
Nach und nach trödeln alle rein, alle legen sich brav hintereinander, so dass möglichst alle Platz haben außer Windbreker, der sich mitten an die Kade legt, obwohl Ronde Walvis hinter ihm schon fast die Leinen geworfen hat.
Leider gibt es nicht nur rücksichtsvolle Segler.
Das Anlegerbier mit der Crew von Eline Vere ist wieder sehr lustig.
Mit Beginn des nächsten Regens machen wir uns mal auf ins Dörfchen, ich werde berichten.
Also die Häuser in Harlingen werden immer schöner restaurieret.
Martin und Mirjam entern die nächste Kibbelingbude, gemeinsam holen wir dann bei Albert Hein noch Helmuts nächste Bierbestellung.
Kaum zurück muss ich nochmal schnell zu HEMA, unsere Kaffeemaschine ist kaputtgegangen, ich ergattere die Allerletzte.
Und noch 2 Liter Milch, wir haben das ganze Boot nach der Reservemilch abgesucht, irgendwie weg. Wird wahrscheinlich beim ausräumen wieder auftauchen.
Stephan muss auch schon wieder aus Heeg anreisen, dieses mal sind Akkus und Batterien auf der Hendrickje Stoffels defekt.
Man trifft sich dann mit etlichen Crews in der Plicht von Eline Vere, ein wunderschöner Flottillennachmittag, der dann für uns mit leckerem Abendessen an Bord endet.
Unsere Vrouwe Willemke hat sich von uns abgesetzt, sie sind zum Meilen machen doch nach Texel gefahren und haben in Oudeschild übernachtet.

Donnerstag den 17. April

Der letzte Tag begrüßt uns auch grau und regnerisch, die herrlich sonnigen Tage vom Anfang sind fast vergessen.
Nach Frühstück großes Palaver mit alle Mann, damit auch das Gruppenfoto zustande kommt.
Grau, aber ohne Regen kriege ich von Bord des Schiffes alle oben am Kai drauf.
Und dann das ganze nochmal, Max war noch unter Deck. Und ohne unsere Senioren Max und Jan Kees geht das ja gar nicht.
Weiterer Plan ist 10.25 alle gemeinsam durch die Brücke, na mal sehen ob das klappt 😊.
10.25, vor uns Rot-Grün und los geht’s.
Prima, alle durch, aber dann macht die Sasbruck vor uns plötzlich rot und drei von uns bleiben dahinter stecken.
Warum wohl ?? Ach sooooo, von rechts aus dem anderen Hafenbecken kommen ein Frachter, dann ein großer Trawler und zum Schluß noch die Riesenfähre nach Terschelling.
Brücke wieder auf und wir fahren als letzte raus.
Es wird schnell wieder ausgerefft und noch die Fock gesetzt und dann segeln wir bei wenig wind ganz entspannt Richtung Kornwerderzand.
Mirjam ist eine super Steuerfrau, wir schaffen es auf den letzten Metern tatsachlich noch an Welvaren und Tydtverdyf vorbeizuziehen. Hatte Jan Kees nicht gesagt alle zusammen durch die Schleuse?
Okay, Wende und erst mal wieder Richtung Harlingen.
Schneller als gedacht haben wir fast alle wieder eingesammelt, Fock rein, Groß runter.
Wir bummeln noch fast ne halbe Stunde im Vorbecken rum bis De Steert und Bolero kommen.
Und dann dauert es, und dauert, und dauert.
Es dauert sooo lange, dass Astrid ein veritables Resteessen aus Reis und Gemüse zaubert. Boah ist das gut.
Endlich geht es weiter, während wir noch die letzten Bissen reinschieben endlich Rot Grün und es geht gaaaaanz langsam los.
Da vor uns drei dicke Berufsschiffe liegen kommen wir natürlich nicht alle in die Schleuse, viel zu früh ist wieder rot und wir geigeln mit 5 Booten weiter vor  der Schleuse rum.
Martin sagt, wenn wir durch sind alles setzen was geht und Speeeeed bis Workum, na wir lassen uns überraschen.
Zwischendurch blinzelt die Sonne mal ein bisschen, mal gespannt was der Nachmittag noch so bringt.
Die Vrouwe Willemke ist schon vor anderthalb Stunden in den Oever durch die Schleuse gegangen, mal sehen, wo wir sie auf dem Heimweg treffen.
Endlich sind wir durch, jetzt aber Gaaaas. Ruckzuck stehen alle Segel und dann schläft der Wind soweit ein, dass wir es bis zur Brückenpause von 16.15 - 17.15 Uhr in Workum mit Schleusen und so wohl nicht mehr schaffen.
Also Dieselwind angeschmissen und alles wieder einpacken. Und wo wir schon so schön dabei sind können wir auch gleich die Persenning wieder drüber ziehen.
Unser Helmut verwohnt uns zwischendurch mit Heißer Milch, Eierlikör und Sahne hmmmmmm, auch sehr lecker.
Das Schleusen dauert auch wieder gefühlt Ewigkeiten, mit uns gehen Bolleke und Bolero mit durch, nun aber zackig, Martin macht Ansage  GANZ DICHT DRAN BLEIBEN.
So zügig sind wir noch nie durch Workum gefahren.
Punkt 16.15 sind wir an der Suderogabrege, der letzten Brücke außer der Spoorbrug (Eisenbahn).
Boah, Glück gehabt, Schranken gehen runter, Brücke hebt sich, Martin gibt schon Gas, aber warum wird den die Ampel nicht Rot-Grün?? Ach sooooo, da liegt ja noch einer auf der anderen Seite und darf zuerst. In der Freude es geschafft zu haben ganz vergessen, dass ja auch Leute in die andere Richtung fahren grins. Aber es passt, wir kommen durch und auch die Spoorbrug ist grün. Das wars dann, jetzt ist der Weg nach Heeg frei.
Schade dass die Zeit schon wieder um ist, das meiste ist schon gepackt, für mich geht’s heut Abend noch weiter nach Usedom.
Aber zu unser Aller Beruhigung gilt auch dieses Jahr wieder der Spruch:
Nach der Fottille ist vor der Flottille und Vorfreude ist eh die schönste Freude.
Kommt alle heil nach Hause, erinnert euch an tolles Wetter und herrliches segeln im Watt, bleibt schön gesund und ich hoffe möglichst viele von euch nächstes Jahr wieder zu Jan Kees Einführung ins Wattfahren und den einen oder anderen Bachmann in Heeg wieder zu treffen.
Euer Peter

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